Wie funktioniert das menschliche Gehirn

Wie funktioniert das Gehirn?

 Das menschliche Gehirn besteht aus 2 Hälften, auch linke und rechte Hemisphären genannt. Die beiden Hälften sind in der Mitte durch einen Balken verbunden. Funktionell wird es in 4 Bereiche eingeteilt:

  • Das Großhirn: größter Teil des Gehirns, macht etwa 80 % der gesamten Hirnmasse aus. Besitzt Furchen und Windungen, wodurch sich die Oberfläche des Großhirns noch einmal vergrößert. Besteht aus der grauen und weißen Substanz 
  • Das Kleinhirn: wichtige Funktion in der Koordination und Steuerung der Feinmotorik und der Reflexe 
  • Das Zwischenhirn: beinhaltet den Thalamus und Hypothalamus, die eine wichtige Schaltzentrale für den Hormonhaushalt sind bedeuten
  • Der Hirnstamm: liegt unterhalb des Zwischenhirns und besteht aus dem verlängerten Rückenmark, der Brücke und dem Mittelhirn

Die Funktion des Gehirns ist sehr komplex und wird von dem Zusammenspiel vieler Strukturen bestimmt. Dabei spielen chemische (Neurotransmitter) als auch elektrophysiologische und morphologische Prozesse (neuronale Netze) eine Rolle. Das Gehirn wird mit dem Rückenmark unter dem Begriff des zentralen Nervensystems zusammengefasst. 

Im Prinzip besteht das Gehirn aus ganz vielen Nervenzellen, die spezialisiert und für verschiedene Aufgaben zuständig sind. Es gibt z.B. Nervenzellen, die für die Verarbeitung von Schmerzreizen oder Sinneseindrücken zuständig sind. Manche Nervenzellen übernehmen aber auch die Aufgabe, Handlungsabläufe des Körpers zu koordinieren oder den Blutdruck und die Körpertemperatur zu regeln.

 

Welche Aufgaben hat das Gehirn?

Jeder Bereich des Gehirns hat eine andere Aufgabe. Das Zusammenspiel vieler Strukturen gewährleistet einen reibungslosen Ablauf von vielen Körperfunktionen. 

Das Großhirn

Das Großhirn wird in verschiedene Lappen unterteilt, von denen jeder eine andere Aufgabe hat. 

  • Frontallappen: Koordination von Bewegungsabläufen und Ausführung kognitiver Prozesse. Er kontrolliert ebenfalls unsere Affekte. 
  • Parietallappen: Verarbeitung von sensorischen Informationen und Reizen. Auch die Fähigkeit zu Aufmerksamkeit, räumliches Denken, Lesen und Rechnen werden hier ermöglicht. 
  • Temporallappen: Sprachzentrum, das für das Sprachverständnis verantwortlich ist. Außerdem liegt im Temporallappen auch der Hippocampus, der für Gedächtnis und Lernen verantwortlich ist und die Amygdala, die Gefühle reguliert. 
  • Okzipitallappen: Sehzentrum, hier werden Seheindrücke gesammelt und verarbeitet. 

Das Kleinhirn

Das Kleinhirn (Zwischenhirn) hat die Aufgabe, Bewegungsabläufe abzustimmen und zu koordinieren.

Wichtigste Bereiche des Zwischenhirns: Thalamus und Hypothalamus: 

  • Der Thalamus: Er gibt sensibel-sensorische Impulse an das Großhirn und macht sie diesem erst zugänglich, indem sie so verarbeitet werden, dass das Großhirn sie nutzen kann. So werden etwa Schmerzen und sensible Reize über die Nervenfasern zum Thalamus geleitet, dort verschaltet und weiter an das Großhirn gesendet. 
  • Der Hypothalamus: Er regelt wichtige Vorgänge des Hormonhaushalts, wie etwa den Schlafrhythmus, das Temperaturempfinden, die Nahrungs- und Wasseraufnahme oder das Sexualverhalten.

Der Hirnstamm

Der Hirnstamm kontrolliert verschiedene Reflexe, z.B. den Hustenreflex, den Harndrang, das Schlucken und Erbrechen. Außerdem werden hier die Atmung, die Kreislauffunktion und die Bewusstseinslage verwaltet. Eine Schädigung in diesem Bereich des Gehirns ruft sehr schwerwiegende Syndrome hervor, die mit einer komatösen Bewusstseinslage einhergehen können. 

 

Mehr Neuro-Wissen gefällig? Hier geht es zum Beitrag über das zentrale Nervensystem!

 

Quellen:

https://www.minimed.at/medizinische-themen/gehirn-nerven/gehirn/

Thompson, R.: Das Gehirn, Von der Nervenzelle zur Verhaltenssteuerung. Springer Verlag, 3. Auflage